19.10.16

A near-miss haiku

So I was on my way to the store close-by,
only to find out, once I got there, that it was closed.
Well hell, I thought, that saved me some money
coz I’s about to buy me some clothes.
That’s what I call a close call
and less wear on the clothesline.

Written upon instigation by BlogFriday – seeking submissions for the word ‘closed.’ This haiku with its syllabic structure of 11 / 13 / 10 / 9 / 7 / 7 is not the only thing that’s a amiss here. Or a close call.

– Iself

Written in a not so sincere writing mood years ago and kept in drafts. Now it finally gets to see the bright lights of the web. Ooey!

18.10.16

Ken Smith, Paul Eluard, Joseph Campbell


Die neuesten Gedichtübersetzungen bei Cross Over im Feuilleton von FixPoetry.

Die Rubrik wird herausgegeben und übersetzt von Johannes Beilharz.

Das hermetische Haiku

Es ist verschlossen,
viermal verschlossen – Gefühl,
Gehör, Klang, Ort.

– Iself (© 2016)

Anmerkung
So ziemlich symptomatisch für das Schweigen dieses Blogs in den letzten Monaten.

4.7.16

Zu Ehren von Yves Bonnefoy

Neuer Beitrag bei Cross Over:

Das Gedicht Delphes du second jour in deutscher Übersetzung von Johannes Beilharz zu Ehren des am 1. Juli 2016 verstorbenen französischen Dichters Yves Bonnefoy.

30.4.16

Begegnungen mit Autos mit sommerlich heruntergelassenen Fenstern und hochpotenten Lautsprecheranlagen

Drei Haiku


Stampf stampf stampf stampf stampf
stampf stampf stampf stampf stampf stampf stampf
stampf stampf stampf stampf stampf

Dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf
dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf
dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf

Döns döns döns döns döns
döns döns döns döns döns döns döns
döns döns döns döns döns

– Iself (© 2016)

Die warme Jahreszeit hat begonnen, die Autofahrer teilen wieder ihr dumpfes Gestampfe und Gedöns mit dem Rest der Menschheit.

24.4.16

Ezra Pound, Harry Mathews, César Vallejo, Amy Newman


Die neuesten Gedichtübersetzungen bei Cross Over im Feuilleton von FixPoetry.

Die Rubrik wird herausgegeben und übersetzt von Johannes Beilharz.

Neuerdings gelesene Gedichte und ihre Abhaken

Poetry bores me.
– Barbara Guest
✔ fängt mit aufgeblähten rhetorischen Fragen an – ein Nadelstich & sie zerplatzen
✔ schon bei der ersten Zeile kommt heftiges Gähnen
✔ aufgewärmtes Gedanken- und Gefühlsgut von ca. 1 Million anderer Gedichte
✔ aktueller Modeartikel, schnoddrig-nihilistische Machart
✔ oh nein – über Liebe & Tod
✔ oh nein – über Mond & Sehnsucht
✔ oh nein – akademisches Geschwafel eingeleitet von prätenziösem Rilke-Zitat
✔ unnatürliche Beobachtungen so notwendig wie die Faust aufs Auge
✔ Schweigen in der Natur (wäre es doch beim Schweigen geblieben!)
✔ Foto einer Birke weitaus interessanter als das begleitende Gedicht über die von der Birke ausgelösten beglückten & unbeglückten Gefühle & Schwelgereien
✔ Supergähn nach zweieinhalb Zeilen – wie lang geht das noch? Über drei Seiten? Sprung zur letzten Zeile, die das unsägliche Wort unausgesprochen enthält – oder war’s das unausgesprochene Wort unsäglich?
✔ Was sich Delmore Schwartz vielleicht als Kind einmal gedacht haben könnte & die Dichterin mit viel Aufwand & Blabla aus sich herausgewürgt hat
✔ oh nein – über Wolken & das Hintreiben der Zeit
✔ da treibt es jemand arg mit weit hergeholten Adverb- und Adjektivkombinationen
✔ das will originell sein & weist darauf hin, dass der Dichter bisher kaum etwas gelesen hat
✔ Humor auf Kurzhaardackelfußniveau
✔ affektierte lyrische Atemlosigkeit ausgelöst durch das Gekritzel von Cy Twombley im Museum
✔ eindeutig celangehaucht, aber saccharinrosa
✔ schon beim Wordsworth-Zitat verließen sie mich
✔ ein spanisches Gedicht der Art mit vielen unnötigen Adjektiven, so à la gerundeter Kreis
✔ Haiku-ähnliches Ziehen von bereits tausendfach erlegten Schlüssen

– Iself

18.4.16

Ein Haiku von Hiroshi Taniuchi

確かに後悔が一度ノックをした  

Das Bedauern hat
an meine Tür geklopft – ein
Mal, das ist sicher

– Hiroshi Taniuchi

(deutsche Übersetzung von Johannes Beilharz mit freundlicher Genehmigung des Autors)

25.3.16

Kalauer

Sagte der Teufel:

"Was hättest du denn lieber – das kleinere Übel oder das üblere Kleine?"

– Iself

Anmerkung
Die kleine Stadt Kalau, inzwischen aus gut verständlichen Gründen Calau geschrieben, wird ständig im Zusammenhang mit superklugen Hirnkonstrukten wie dem Voranstehenden zitiert.

23.3.16

Sammy’s less than perfect reputation

Avoid that lad named Sammy –
you've felt his hands – they're clammy.

Staying away from him makes triple sense
because he is also brutal and dense.

– Felix Morgenstern (© 2016)

Rhymed around clammy, brutal and dense from 3WW.

26.2.16

Oliverio Girondo, Städtische Erscheinung

Stieg er aus dem Untergrund auf?
Fiel er vom Himmel?
Er war umgeben von Lärm,
verwundet,
schwer verletzt,
unbeweglich,
schweigend,
in die Knie gegangen vor dem Abend,
vor dem Unausweichlichen,
die Adern haftend
am Grauen,
am Asphalt,
mit seinem gefallenen Scheitel,
mit seinen Heiligenaugen,
ganz, ganz nackt,
fast blau vor so viel Weiß.

Sie redeten von einem Pferd.
Ich glaube, es war ein Engel.

(Aparición urbana)

Aus dem Spanischen übersetzt von Johannes Beilharz. Das Original wurde 1942 in dem Gedichtband Persuasión de los días veröffentlicht.

Der Dichter Oliverio Girondo (1891 Buenos Aires – 1967 ebenda) gehörte, wie die meisten seiner großen argentinischen Zeitgenossen, in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts zum Kreis um die literarische Zeitschrift Martín Fierro – u.a. erschien dort sein surrealistisches Manifest – und blieb unter ihnen den Idealen der argentinischen Avantgarde am meisten treu. Seine Dichtung, die sich durch gewagte Tropen, seltsame Rhythmen, Sprachspielereien, Humor und Ironie auszeichnet, wurde als Abenteuer der Sprache beschrieben. Im Alltäglichen sah er eine bewundernswerte und bescheidene Manifestation des Absurden.

Internationale Lyrik in deutscher Übersetzung

17.1.16

Das oh so poetische Haiku

Weiße Schrift auf weiß.
Schwarze Schrift auf schwarz. Na, wer
das nun lesen soll.

– Iself (© 2016)

Auslöser dieses Haiku war ein Gedicht, in dem der Autor es wohl als besonders poetisch empfand, wenn etwas weiß auf weiß geschrieben wird. Hat sicher etwas mit dem Mysterium der Nichtlesbarkeit zu tun. Ihr wisst schon ... zwischen den Zeilen lesen. Nur dass in diesem Fall nicht einmal Zeilen da sind. Es lebe der Gefühlskitsch aktueller deutscher Internet-Poesie.

8.11.15

Spitzfindig

Der Weg
den du immer
gehst

ist
jedes Mal
ein neuer

– Iself (© 2015)

Ausgelöst von einem lyrischen Weinstück, das jemand anders über einen noch nie gegangenen Weg schrieb.

Wahrlich, so glaubet mir, es gibt keine noch nie gegangenen Wege. (Um es biblisch auszudrücken.)