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30.4.16

Begegnungen mit Autos mit sommerlich heruntergelassenen Fenstern und hochpotenten Lautsprecheranlagen

Drei Haiku


Stampf stampf stampf stampf stampf
stampf stampf stampf stampf stampf stampf stampf
stampf stampf stampf stampf stampf

Dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf
dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf
dumpf dumpf dumpf dumpf dumpf

Döns döns döns döns döns
döns döns döns döns döns döns döns
döns döns döns döns döns

– Iself (© 2016)

Die warme Jahreszeit hat begonnen, die Autofahrer teilen wieder ihr dumpfes Gestampfe und Gedöns mit dem Rest der Menschheit.

24.4.16

Neuerdings gelesene Gedichte und ihre Abhaken

Poetry bores me.
– Barbara Guest
✔ fängt mit aufgeblähten rhetorischen Fragen an – ein Nadelstich & sie zerplatzen
✔ schon bei der ersten Zeile kommt heftiges Gähnen
✔ aufgewärmtes Gedanken- und Gefühlsgut von ca. 1 Million anderer Gedichte
✔ aktueller Modeartikel, schnoddrig-nihilistische Machart
✔ oh nein – über Liebe & Tod
✔ oh nein – über Mond & Sehnsucht
✔ oh nein – akademisches Geschwafel eingeleitet von prätenziösem Rilke-Zitat
✔ unnatürliche Beobachtungen so notwendig wie die Faust aufs Auge
✔ Schweigen in der Natur (wäre es doch beim Schweigen geblieben!)
✔ Foto einer Birke weitaus interessanter als das begleitende Gedicht über die von der Birke ausgelösten beglückten & unbeglückten Gefühle & Schwelgereien
✔ Supergähn nach zweieinhalb Zeilen – wie lang geht das noch? Über drei Seiten? Sprung zur letzten Zeile, die das unsägliche Wort unausgesprochen enthält – oder war’s das unausgesprochene Wort unsäglich?
✔ Was sich Delmore Schwartz vielleicht als Kind einmal gedacht haben könnte & die Dichterin mit viel Aufwand & Blabla aus sich herausgewürgt hat
✔ oh nein – über Wolken & das Hintreiben der Zeit
✔ da treibt es jemand arg mit weit hergeholten Adverb- und Adjektivkombinationen
✔ das will originell sein & weist darauf hin, dass der Dichter bisher kaum etwas gelesen hat
✔ Humor auf Kurzhaardackelfußniveau
✔ affektierte lyrische Atemlosigkeit ausgelöst durch das Gekritzel von Cy Twombley im Museum
✔ eindeutig celangehaucht, aber saccharinrosa
✔ schon beim Wordsworth-Zitat verließen sie mich
✔ ein spanisches Gedicht der Art mit vielen unnötigen Adjektiven, so à la gerundeter Kreis
✔ Haiku-ähnliches Ziehen von bereits tausendfach erlegten Schlüssen

– Iself

17.1.16

Das oh so poetische Haiku

Weiße Schrift auf weiß.
Schwarze Schrift auf schwarz. Na, wer
das nun lesen soll.

– Iself (© 2016)

Auslöser dieses Haiku war ein Gedicht, in dem der Autor es wohl als besonders poetisch empfand, wenn etwas weiß auf weiß geschrieben wird. Hat sicher etwas mit dem Mysterium der Nichtlesbarkeit zu tun. Ihr wisst schon ... zwischen den Zeilen lesen. Nur dass in diesem Fall nicht einmal Zeilen da sind. Es lebe der Gefühlskitsch aktueller deutscher Internet-Poesie.

6.5.14

Ode an die neue alte Innerlichkeit

Oh Innen!
Du bist so binnen,
so tiefest in mir drinnen!

Ich schau hinein und suche in der Datenbank,
doch alle Datensätze sind bloß blank.

Ihr Copyright verweist nach außen in die Außenwelt –
das ist es, was der Innerlichkeit missfällt.

Hatte sie doch nach Buddhas Gebot
dort drin das Nichts gesucht, und festgestellt: das Nichts ist tot.

– Felix Morgenstern (© 2014)

24.2.14

Fahrradmonteur oder Friedhofsgärtner / vertrauenserweckende Spam-Arbeitsplatzangebote

Welche Karriere sollte ich einschlagen? Friedhofsgärtner, Fahrradmonteur, Aufnahmeleiter? Bin mir noch nicht ganz 100% sicher.

Diese und noch andere wunderbare Jobs wurden mir am frohen Montagmorgen per Spam-Post zugetragen.

Die Mail kommt von einem Maier Tarik, dessen E-Mail-Adresse jedoch carolinakoop@hotmail.com lautet. Rückantworten sollen an jor.fritz@aol.com gehen.Und gezeichnet ist die schöne Mail von Mia Schmitz Dienstleistungen.

Bei so vielen Leuten ohne Nennung einer Anschrift in Kombination mit unschlagbarer deutscher Grammatik und Formulierungskunst (siehe unten) kommt natürlich unmittelbar und untrüglich höchstes Vertrauen auf. 

Hier nun das unschlagbare Angebot im Klartext:

Mia Schmitz Personaldienstleistungen schreibt Ihnen jetzt, warten Sie nicht uns zu fragen, würde eine der Stellen für Sie interessant sein

Eine Stellenauflistung können Sie  unseren  Jobangebot entnehmen. 

Online-Manager/in  WM9528433335
Friseur/in  LWB-7460-02745
Feinwerkmechaniker/in  MHW3418-0253
Aufnahmeleiter/in  TPK350436753
Aufnahmeleiter/in  PMWZ-06764732
Fahrradmonteur/in  PTM515824225
Cutter/in  HKPK426636885
Friedhofsgärtner/in  ZZP-818-739
Bibliothekar/in  KLM8002-7829
Taxifahrer/in  KKPT4433312726

jor.fritz@aol.de

Mit schönen Grüßen 

Mia Schmitz Dienstleistungen

Lang lebe die Welt der Dienstleistungen!

22.10.13

Exercising to become a serious spammer?

Today it's been raining dumbshit irritant mails (they seem to originate in Russia if SpamCop is to be trusted). Some of them have just 4 or 5 letters, others are longer, like the wonderful example below:

wgd qyng
Received: by qklz; Tue, 22 Oct 2013 19:09:15 +0600
From: "xukp zwzr" 
Reply-To: "xukp zwzr" 
To: joggl70@t-online.de
Subject: bdq tto voak
srph
Date: Tue, 22 Oct 2013 09:06:15 -0400
lgso
Content-Transfer-Encoding: 7Bit
gnj
Content-Type: text/html;
umwc

dvg nmnt jpt
vseq jls
 
Anyone else been getting these?
Anyone know why somebody might be sending this crap?

23.9.13

Phishing für den vielgeschätzten T-Online-Kontoinhaber

Soeben kam diese E-Mail:
Lieber Kontoinhaber,

Sie haben eine neue Nachricht aufmerksam.

www.t-online.de - Link führt zu http://angora.com.ua/wp-content/plugins/Aspnet/T-online.de.html

Wir schätzen Sie so viel

T-online.de Email Team 
 Bei so viel Schätzung und aufmerksam kommen einem natürlich die Tränen.

Und bei einer so blödsinnigen Übersetzung aus irgendeiner anderen Sprache atmet man als Übersetzer auf – wir sind doch nicht so ersetzbar, wie die IT-Industrie die Welt glauben lassen möchte.

Nun möchte man sich nur noch wünschen, dass bei angora.com.ua und Konsorten der Laden zugemacht wird.

16.9.13

Phishing vom Kammerjäger in Erlangen

Heute bekam ich wieder ein Meisterwerk deutscher Prosa – zweifellos einer genialen Übersetzungsmaschine wie Google Translate zu verdanken:

Sehr geehrter Kunde,
Wir werden Ihre E-Mail-Adresse löschen, wegen der vielen Bericht von Spam.
Sie sind Beratung, um Ihre E-Mail-Adresse in anderen reaktivieren, damit Sie E-Mails an Ihren Kontakt.
Wieder aktivieren HIER (http://www.kammerjaeger-erlangen.de/T-online.de.html)
Thnaks für Ihr Verständnis
Ist gegen diese Art von Schwachsinn wirklich kein Kraut gewachsen?

Thnaks, aber dafür habe ich absolut kein Verständnis.

14.9.13

Gillian and Adrian Bayford want to make you rich

The world and the internet are full of philanthropists – people who will go to any length to do good. That is so laudable!

Take, for example, Gillian and Adrian Bayford, who sent me this beautifully written e-mail today:
My wife and i won £148.6 Million Pounds last year, and we have done lot of charity donation, so we decide to give 1.5Million Pounds each to 5 lucky people this June 2013, lucky for you, your email, was given to us by google managment as one of our lucky receipants. For verification process see below Please read the article - http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-19254228 Send Name, Country, Age, Occupation Phone Number for details Congratulations & Happy Celebrations in Advance, Gillian and Adrian Bayford Email: gillianandadrianbayford101@outlook.com 
 Lucky me to be one of those only 5 receipants out of the few millions surely addressed.

So good to know, too, that Google management takes such personal interest in handing out my e-mail address.

I think I'll write to Gillian and Adrian right away to collect my money.

Even though they might not be pleased when they get to know about my occupation, because I happen to be a PROFESSIONAL SPAM AND SCAM KILLER.

3.9.13

Ein gutes Gedicht kann warten

Und ein schlechtes auch.

Ja, man könnte sogar sagen,
dass es gar nichts schadet,
wenn ein schlechtes Gedicht
sehr, sehr lange – vielleicht
sogar ewig – wartet.

Aber was ist schon gut
und was ist schlecht
in Sachen Gedichten!

Da gehen sowohl die lyrischen
als auch die unlyrischen
Meinungen gewaltig auseinander.

Manche sagen gar,
dass ohne Reim und Jamben
oder Gamben ein Gedicht
gar nichts war.

Ganz allgemein könnte man
jedoch sagen, dass sich
die meisten Gedichte
durch viel Warten auszeichnen –

viel Warten auf Publikum.


– Iself (© 2013)

Ausgelöst wurde dieses Gedicht – mit dem übrigens kein allzu zähes Ringen um Worte und Verse verbunden war – durch einen Artikel im Schwarzwälder Boten vom 1.9.2013 über die 4. Literaturtage Nordschwarzwald. Die Überschrift des Schwabo-Artikels beruht auf einem Zitat des an den Literaturtagen teilnehmenden Reiner Kunze. Im Zusammenhang des Artikels:
Nun ist moderne Lyrik bekanntlich keine Gattung, die man so im Vorbeigehen mal mitnimmt und schnell konsumiert. So wie sie dem Autor im Allgemeinen ein zähes Ringen um Worte und Verse abnötigt, stellt sie an das Lesepublikum erhöhte Anforderungen an seine Interpretationsfähigkeit. Da macht auch die Lyrik Kunzes keine Ausnahme. Sich dessen bewusst, ermunterte er die Gäste, ungeniert die Lesung von Texten ein zweites Mal einzufordern. Wenn sich dem Lesepublikum ein Werk nicht sofort erschließt, ist das jedenfalls unproblematisch, denn, so Kunze, "ein gutes Gedicht kann warten".

8.4.13

Trendy poetry

Main characteristic:
strict observance of idiotic
comma before, and rule.

– Iself (© 2013)

8.3.13

Plank / Variation on a theme

Came across this picture from a current exhibition in London. It shows a plank happily leaning against the wall (you guessed it, it's the very same plank and the very same wall you see above).

Thought this installation could use a little more complexity and added the piles of sawdust, the chainsaw (always comes in handy when you've got to work with planks) and the letters W.T.F., which of course stand for you know what.

8.8.12

Microsoft updates available

Some people fart less frequently than Microsoft releases updates.

I don't know about you all, but I hate screens like the above. What ever happened to solid programming?

17.5.12

Gestern gekauft

rote und grüne Tafeläpfel,
geeignet für schwarze,
weiße, gelbe und rote
Tafelbesitzer

Sie haben die richtige Form
entsprechend der richtigen Norm

Hurra!

– Iself (© 2012)

PS: Was gibt’s eigentlich außer Tafeläpfeln noch für Äpfel? Mostäpfel, Falläpfel? Im Großen und Ganzen scheint der Zusatz “Tafel” eher überflüssig, da man die Äpfel ja wohl auch mitnehmen und irgendwo anders essen darf als am Tisch.
Wie auch der Zusatz “Land” beim Landschwein überflüssig ist. (Oder gibt es tatsächlich heutzutage Stadtschweine?)
Oder der Zusatz “Land” beim Ei. Außer es handelt sich um ein menschliches Landei.

31.1.12

Alles was der heutige Mensch so braucht auf einen Blick

Ist man stolzes und zahlendes Mitglied der T-Online-Gemeinde und nutzt die Webmail-Funktion, wird man vor allem nach der Abmeldung mit allem versorgt, was der Mensch heutzutage so braucht: mit den wesentlichen weltbewegenden Nachrichten (zum Beispiel den neuesten Meldungen zu Dschungel-TV und Yogurette, der fiesen Kalorienbombe) und natürlich mit viel, viel Werbung.

Denn sonst wüsste man ja nicht, wo man seine Millionen oder hart verdienten Euros in den Sand setzen soll.

So schön kann Webmail sein:


Und nicht vergessen: An neue Fenster denken!
Das ist mein Plan.
Kann beim angekündigten sibirischen Wetter kaum schaden.

9.1.12

Pleitegeier und Bundesadler

Zu den Kleinen kommt der Pleitegeier, zu den Großen kommt der Bundesadler.
– Guido Westerwelle

23.4.11

Not having the atomic pie but selling it

Nuclear power plants are oh so bad
is what German politicians suddenly said
after the Fukushima event in Japan.
But are they bad enough to ban
German exports of such plants
to people in other lands?

– Felix Morgenstern (© 2011)

Written as the requested short, satirical poem for NaPoWriMo day 23. Some of the rhymes limp, but what’s a little poetic stumble compared to the big tumble of some nuclear power plants?

8.1.11

Spielende rollende Augen

Die Augen, jene wie es nun sei,
Sie spielen im Prinzip auch verspielt!
Sie rollen!
Aristophanes, staune und flieh!
Welch göttliches Glück!
Augen!
Spielende Augen für Aristophanes.

– Iself & Poetron

Zur Genesis dieses Gedichts
Wenn einem selbst nichts einfällt, kann man sich an Poetron wenden, und der dichtet! Gefüttert habe ich ihn mit den Wörtern Aristophanes, Auge, spielen, verspielt. Und er hat was daraus gemacht, findet ihr nicht?
Neulich wurde ich zur Teilnahme an einem Workshop aufgefordert, der einem beibringt, Gedichte zu schreiben, die einen umhauen. Auf die Teilnahme musste ich leider verzichten, weil die Veranstaltung in Illinois oder Iowa oder sonstwo im Mittleren Westen stattfindet. Aber lernen würde ich das natürlich schon gern. Man denke nur: Gedichte, die einen umhauen! Sowas hab ich schon lang nicht mehr gelesen.